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Gezielte Pressearbeit
hat sich in den vergangenen Jahren zum eigentlichen Schwerpunkt meiner Agentur entwickelt. Der Hintergrund dabei: Auch kleine und mittlere Unternehmen bieten eine Vielzahl interessanter Waren und Dienstleistungen, allerdings fehlt ihnen das Know-how, diese an den Presse-Mann zu bringen.
Mein Full-Service beinhaltet das Verfassen lesefreundlicher und informativer Artikel, die Recherche der passenden Medien und Ansprechpartner und nicht zuletzt die Erfolgskontrolle.
Beispiele unserer Arbeiten
finden Sie u.a. in den unten gezeigten Zeitschriften und Büchern.
Leseprobe 1
Reportage von der Automatenmesse IMA in Nürnberg für "games & business"
Funktion vor Design
Einer der optisch auffälligsten Stände auf der diesjährigen IMA machte quasi Werbung in eigner Sache.
Dabei gehörte der Stand von Dietmar Friebe bei weitem nicht zu den größten auf der Messe. Doch er wurde richtig gut in Szene gesetzt, und die Optik stimmte auch. Was nicht weiter verwundert, schließlich betreibt Friebe ein Planungsstudio und kümmert sich auch um Innenausbau, wie man seiner Visitenkarte entnehmen kann.
Der gelernte Schreiner, der bereits als 22-Jähriger seine Meisterprüfung absolvierte, kam über die Zusammenarbeit mit verschiedenen Architekten mit der Gestaltung von Gastronomieobjekten in Berührung - der Schritt zum Ausbau von Spielstätten war nicht mehr weit. Seit nunmehr zehn Jahren bietet der heute 37-Jährige Unternehmer "im Spielstättenbereich Einrichtungslösungen, individuell mit funktionellem Design", wie es in einer Eigenwerbung heißt.
Dabei sieht sich Friebe, dessen Unternehmen in Nürnberg angesiedelt ist, als "Mädchen für Alles", der sich für seine Kunden um Genehmigungen bei den Ordnungsbehörden kümmert und etwa Nutzungsänderungen auf den Weg bringt. Außerdem spannt er den Bogen von der ersten Vorplanung bis zur schlüsselfertigen Übergabe und wacht dabei auch über die korrekte Ausführung sämtlicher Handwerkerleistungen.
Seine dreijährige Tätigkeit als Bühnenbildner kommt ihm heute bei Einrichtung und Design neuer Objekte zu Gute. Die Arbeitsweise ist dabei immer identisch. Nach einer Freihandzeichnung erstellt Friebe am Computer einen Aufriß – wobei noch die Funktion im Vordergrund steht. "In dieser Phase der Planung etwa kann man erkennen, wie die Laufwege des Personals aussehen werden und entsprechend reagieren", weiß der Allrounder aus Erfahrung. Erst zum Schluss kommt das Design hinzu - z. B. von Wänden, Decken, Tresen oder Trennelementen.
Mit zum Angebot gehört auch eine statische 3D-Ansicht des zukünftigen Objekts, auf den Gastrobereich, oder auf die Unterhaltungsgeräte oder die Geldspieler. Wenn der Kunde es ausdrücklich wünscht, kann im Vorfeld auch ein virtueller Gang durch das Objekt unternommen werden - anhand vorher festgelegter Punkte machen sich Friebes Rechner in stundenlanger Arbeit daran, den Weg auf den Monitor zu zaubern und so dem Kunden den bestmöglichen Eindruck vom neuen Lokal zu geben.
Bis dato hat Friebe über 100 Spielstätten gestaltet und ausgebaut. Wobei auch weiterhin ein wenn auch kleinerer Teil seiner Arbeit auf Trendgastronomie wie Bars und Diskotheken entfällt. "Allerdings fließen die trendigen Dinge wie etwa Dinereinrichtungen immer häufiger in die Gestaltung von Spielstätten mit ein", erläutert Friebe, der darin für Aufsteller eine Möglichkeit sieht, sich gut in Szene zu setzen und entscheidend vom Mitbewerber zu unterscheiden.
"Alles aus einer Hand" - in diesem Service sieht Friebe die Vorteile für den Kunden, der nur einen Ansprechpartner hat. Wobei von Gestaltung über viele handwerkliche Leistungen bis hin zur Schlüsselübergabe Friebes Werk noch nicht beendet ist - er kümmert sich auf Wunsch auch um die Außenreklame und sämtliche Werbemaßnahmen wie Flyer und Prospekte für die neue Spielhalle.
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Leseprobe 2
Artikel für "kontakt", das Kundenmagazin der TÜV Rheinland Group
Rennsportklassiker von anno dazumal
Oldies but Goldies
Die Firma Methusalem - der Name ist Programm - haucht Oldtimern nach liebevoller Restauration neues Leben ein. Wenn sich dann nach vielen Jahren erstmals wieder der Zündschlüssel dreht und Benzin durch die Adern eines Klassikers schießt, lauscht auch der TÜV Rheinland, ob die Herztöne stimmen.
Kein Schild weist den Weg. Man biegt von einer Hauptstraße ab, von der Nebenstraße folgt man nun eher einem Feldweg. Dann die Ohren gespitzt. Lautes Motorengeräusch läßt erahnen, was man 100 Meter weiter zu sehen bekommt. Vor einem alten Lokschuppen, Luftlinie nicht mal einen Kilometer von der Hauptverwaltung des TÜV Rheinland entfernt, glänzt ein Maserati A6 GCS in der Morgensonne und scheint geradezu ungeduldig darauf zu warten, seine Muskeln spielen zu lassen.
Dazu gibt ihm nun Josef Ossenbach Gelegenheit. Der Kfz-Sachverständige des TÜV Rheinland überzeugt sich während einer Probefahrt von der ordnungsgemäßen Funktion aller sicherheitsrelevanten Teile. Denn Fahrzeuge, die jahrelang stillgelegt waren - was bei den Oldtimern im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen ist - , werden im Rahmen einer Vollabnahme begutachtet. Neue Fahrzeugpapiere werden ausgestellt, und die Sachverständigen überprüfen den Zustand von Bremsen und Lenkung ebenso gewissenhaft wie Schweißarbeiten an der Karosserie. "Dadurch, daß ich beim Kunden die Autos während der Verwandlung vom häßlichen Entlein zum schmucken Schwan verfolge, kann ich die hervorragende Qualität aller Arbeiten gut beurteilen", erklärt der Experte vom TÜV Rheinland, dessen Herz ebenfalls an historischen Automobilen hängt. "Wobei einige Bastler übers Ziel hinausschießen. Denn die handgefertigen Maseratis aus dieser Zeit, von denen nur jeweils 25 Stück gebaut wurden, werden besser als zuvor und damit ihrer Individualität beraubt." Der Fachmann beschreibt es an einem Beispiel: "Plötzlich fallen Türen exakt ins Schloß, die sich vorher nur mit sanfter Gewalt zudrücken ließen."
Wie der Maserati noch vor einiger Zeit ausgesehen haben mag, wird klar, wenn man einen Blick in die Halle wirft, in der früher Rangierloks gewartet wurden. Nur das nackte Blechkleid eines Autos ist zu sehen, und selbst Fachleute haben Schwierigkeiten, die Marke und das Modell zu erkennen. Mario Linke, Geschäftsführer der Firma Methusalem, gibt Auskunft: "Das ist der Torso eines Ferrari 166 LM, Baujahr 1950, von dem nur eine Handvoll produziert wurden." Der Rest des vormals edlen Gefährts ist in Regalen gelagert. Motor und Getriebe, diverse Teile der Innenraumausstattung, auch das Armaturenbrett. Alles in einem Zustand, den zu beschreiben unser Schulnotensystem nicht geeignet ist, also Note 7 etwa. "Wichtig ist, daß alle Teile so weit wie möglich vorhanden sind", erläutert Experte Linke, "denn dann kann man das gute Stück auch wieder aufbauen. Entweder mit den Originalteilen, oder mit nachgebauten Parts." Wobei für Linke außer Frage steht, daß ein schlechter Originalzustand immer einer zwar guten, aber falsch ausgeführten Restauration vorzuziehen ist.
Mitte der 80er Jahre kam der gelernte Kfz-Mechaniker Linke aus der DDR in den Kölner Raum. Er arbeitete in verschiedenen Werkstätten, ohne das richtige zu finden, heuerte dann auf einem Schrottplatz in Leverkusen an. Dort brachte er seinen ersten Oldie in Schuß, einen Alfa xxx, den er für 1.400 Mark erworben hatte. Die Liebe zu den Schnauferln war entdeckt, und es folgte die Gründung der Firma Methusalem in Troisdorf-Spich. Das Unternehmen florierte, bis zu 14 Mitarbeiter waren mit dem Wiederherstellen automobiler Raritäten befaßt. In dieser Zeit entwickelte sich auch die gute Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland.
Heute kümmert sich Mario Linke um die Schätze einiger weniger Kunden. Die sind allerdings rund um den Erdball verstreut. Mit dem Umzug der Firma von Troisdorf nach Köln folgte auch eine Spezialisierung auf die Rennsportwagen der Marke Maserati aus den 50er Jahren. Zu tun gibt es genug, denn die Liebhaber der Veteranen nehmen an Oldtimerrallyes teil, etwa der "Mille Miglia" in Italien oder der 2000 Kilometer langen Deutschlandfahrt im Juni, bei der im übrigen ein Kontrollpunkt die TÜV Rheinland-Servicestation in Altenkirchen war. Nach einer solchen Tortur wird der Motor gecheckt, werden Bremsen erneuert und sogar Blechschäden behoben. Fast schon Routine, die relativ schnell erledigt wird. Im Gegensatz zu einer Komplettrestauration. "Bis zu drei Jahre brauchen wir schon, um die Schätze auf Vordermann zu bringen. Aber wenn der TÜV Rheinland abschließend unsere gute Arbeit bestätigt, wissen wir, daß es sich wieder mal gelohnt hat", erläutert Linke, wie er und sein Team neue Motivation finden.
"Gerade weil wir die Dienste des TÜV Rheinland nur sporadisch in Anspruch nehmen, freut es uns umso mehr, daß unseren Terminwünschen schnell und flexibel entsprochen wird", bringt der Oldiefan die meist reibungslose Zusammenarbeit auf den Punkt. Mit einer Ausnahme: Bei der Geräuschmessung muß Experte Ossenbach beide Ohren zudrücken, um den betagten Flitzern straßentauglichkeit zu bescheinigen.
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Leseprobe 3
Artikel für "kontakt", das Kundenmagazin der TÜV Rheinland Group
One Stop Testing bei NEC
Weltweite Lizenz mit nur einem Test
Die Firma NEC, japanisches Spitzenunternehmen im Bereich Elektronik und Kommunikation, sorgt für schnelle Verbindungen. Auch in eigener Sache ist der Multi flott dabei: NEC-Produkte durchlaufen beim TÜV Rheinland das sogenannte One Stop Testing. Eine einzige Prüfung verschafft dabei den NEC-Komponeneten weltweiten Marktzugang – schnell und preiswert. Die Vorteile dieses Verfahrens genießen zunehmend auch deutsche Firmen, die in der asiatischen Region Fuß fassen wollen.
Im Testlabor in Los Angeles: Der Monitor hat alle sicherheitsrelevanten Prüfungen gemeistert, entspricht auch ergonomisch allen Anforderungen und erhält folglich das sogenannte NRTL-Zeichen. Es garantiert dem Hersteller die Übereinstimmung seines Produkts mit den US-Sicherheitsstandards – fast schon ein Muss, um den Erfordernissen der Produkthaftung in den USA zu genügen.
Ähnlichen Tests muss sich das High-Tech-Gerät danach auch in Japan und diversen europäischen Ländern unterziehen, um Zugang zum jeweiligen Markt zu erhalten. Am Ende dann ist das Bildschirmgehäuse zugepflastert wie ein Koffer mit Airport-Aufklebern, an denen weitgereiste Kosmopoliten zu erkennen sind.
Eine einzige Prüfung reicht für globalen Absatz
Schnee von gestern. Die Zukunft im weltweiten Handel mit Produkten hat bereits begonnen. Das Zauberwort heisst One Stop Testing und es bedeutet: Ein Prüfdurchgang in den Labors des TÜV Rheinland oder beim Hersteller reicht aus, um einem Produkt rund um den Globus die Marktzulassung zu ermöglichen. „Durch diesen umfassenden Service verschaffen wir unseren Kunden eine enorme Zeit- und Kostenersparnis“, weiß Heiko Kühling vom TÜV Rheinland Labor in Yokohama. „Wir sind das erste Testhaus, das diese Leistung weltweit anbieten kann.“ Die Asien-Dependance des Kölner Dienstleistungs-Consulters genießt damit eine Spitzenstellung am Markt.
Eines der ersten Unternehmen, das dieses umfassende Dienstleistungsangebot nutzt, war die NEC-Corporation. Ein sogenannter ATM-Schalter – ATM steht für Asychronous Transfer Mode, dabei handelt es sich um eine Hardwarekomponente, die beim Einrichten von Netzwerken notwendig ist – wurde vom TÜV Rheinland umfassend begutachtet. Für die drei wichtigen Weltregionen Europa, Nordamerika und Japan konnte NEC nach umfangreichen Tests in nur einem Labor die entsprechenden Signets erhalten – unter anderem das deutsche GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“ und das japanische S-Zeichen (S steht für Safety), das der TÜV Rheinland in Japan erfolgreich im Markt eingeführt hat, und eben das amerikanische NRTL-Zeichen.
Darüber hinaus besitzen die Labors des TÜV Rheinland die russische GOST-Akkreditierung. Kunden können das GOST-R Zertifikat – Importberechtigung für viele osteuropäische Staaten – in nur einer Woche erlangen. Ein Kooperationsvertrag mit der finnischen Prüforganisation FIMKO ermöglicht es TÜV Rheinland-Kunden, ebenso schnell und problemlos alle skandinavischen Testzeichen zu erhalten.
„One Stop Testing können wir im übrigen auf alle Elektroprodukte anwenden“, erklärt Kühling die vielseitige Methode. „Vom kleinen Eierkocher über Bürogeräte bis hin zu Hifi-Elektronik, Medizintechnik und komplexen Industriemaschinen können wir dem Kunden mit nur einer Prüfung alle internationalen Sicherheitsstandards bestätigen“, beschreibt Kühling den umfangreichen Service.
Wenige Formalitäten für zahlreiche Zulassungen
One Stop Testing beinhaltet zudem die Erstellung des sogenannten CB (Certification Bodies)-Test-Reports, der für Firmen in 34 weiteren Ländern weltweit die Grundlage für eine wesentlich schnellere, kostengünstigere und auch mit weitaus weniger Formalitäten verbundene Erlangung der diversen Sicherheitszeichen und Zulassungen bedeutet. Denn dieser internationale Verbund von Zertifizierungsstellen erkennt Prüfberichte gegenseitig an.
Die Vorteile für Produzenten, die ihren Waren weltweiten Marktzugang verschaffen wollen, liegen auf der Hand: „Die Geschwindigkeit, mit der der TÜV Rheinland uns die unterschiedlichen Sicherheitszertifikate besorgt hat, war für unsere Entscheidung zur Zusammenarbeit maßgeblich“, erläutert der bei NEC zuständige Produktmanager Tomokuki Takahashi. „Die enormen Kostenvorteile, die sich aus dieser Vorgehensweise für unser Unternehmen ergeben haben, sind erheblich.“ „Zudem“, freut sich der NEC-Mann über die Leistung der TÜV Rheinland-Ingenieure, „waren die Mitarbeiter des TÜV Rheinland für uns flexibel und stets ansprechbar, und mit ihrer Kompetenz haben sie auch das ganze ‚Drumherum‘ für uns erledigt.“
Mit den umfassenden Prüfungen bezüglich Sicherheit, Ergonomie und Umweltschutz allein ist es nämlich nicht getan. Um ein Produkt auf einen neuen Absatzmarkt zu lancieren, sind eine Menge Formalitäten zu erledigen. Der Fachmann spricht dabei vom sogenannten File. Diese technischen Unterlagen beinhalten umfangreiche Produktbeschreibungen, Messergebnisse, Anleitungen, grafische Darstellungen und Fotos. Auch dieses File, das bei den Bundesbehörden des jeweiligen Landes eingereicht werden muss, wird von den Experten des TÜV Rheinland komplett angefertigt – leichter kann ein Kunde seine für die Produktzulassung benötigten Unterlagen kaum erhalten.
Länderspezifische Normen werden berücksichtigt
Ein weiterer Faktor, der beim One Stop Testing die Kosten deutlich reduziert, ist die Fertigungsstätten-Besichtigung. Weltweit überprüfen TÜV Rheinland-Mitarbeiter der 47 Tochtergesellschaften vor Ort, die sich mit den länderspezifischen Gepflogenheiten bestens auskennen, die Produktionsstandorte. „Dabei“ so Heiko Kühling, „checken wir die Umsetzung eingeführter Managementsysteme ebenso wie die Einhaltung einschlägiger nationaler Erfordernisse in Sachen Umweltschutz und Arbeitssicherheit.“
Asiatischen Unternehmen den Zugang zum europäischen und zu den amerikanischen Märkten zu ermöglichen ist die eine Richtung für One Stop Testing. Doch auch europäische Hersteller, die zum Sprung in die asiatische Wirtschaftsregion ansetzen, können beim TÜV Rheinland umfangreiche Hilfestellung erhalten. Holger Busch von der Far East Market Access (FEMAC) GmbH, einer Tochtergesellschaft des TÜV Rheinland mit Sitz in Stuttgart und Yokohama, beschreibt das Dienstleistungspaket für deutsche Unternehmen: „Wir helfen schon bei der Abwägung der Chancen und Risiken, um kostspielige Fehlinvestitionen zu vermeiden.“
Sprungbrett auch für deutsche Hersteller
Wenn von Kundenseite die Entscheidung gefallen ist, in Asien neue Verkaufsfelder zu erobern, unterstützt die FEMAC ihre Kunden in praktisch allen Bereichen. Die Hilfe tut not, denn die Sicherheitsanforderungen, die die asiatischen Länder an elektrische Produkte aller Art stellen, sind streng, die Genehmigungsverfahren sind ungleich komplizierter als zum Beispiel in Europa. „Für den Export nach China etwa sind zwei Prüfzeichen notwendig“, erläutert Busch. „Zum einen das sogenannte ‚Great Wall‘-Zeichen, zum anderen das CCIB (China Commodity Inspection Body)-Zeichen. Für die notwendigen Typ- und Sicherheitsprüfungen benötigen die chinesischen Behörden über ein Jahr“, weiss Busch aus Erfahrung.
Mit Hilfe des TÜV Rheinland lässt sich dieser Prozess drastisch verkürzen. Innerhalb von drei Monaten kann der TÜV Rheinland, auch dank der Präsenz an 23 Standorten in zehn Ländern Asiens, alle Tests und Formalitäten erledigen. Die FEMAC ist auch mit den Gepflogenheiten in den osteuropäischen Ländern bestens vertraut und bietet ihren Kunden größtmögliche und schnelle Hilfe an. „Zertifikate für Ungarn, Tschechien, Polen und Russland konnten wir einem Kunden innerhalb von drei Monaten beschaffen“, freut sich Busch, „wobei selbstverständlich nur eine Prüfung – in diesem Fall durch die TÜV Rheinland Product Safety GmbH in Köln – erforderlich war.
Die intensive Zusammenarbeit ist allerdings nicht auf die Prüfung des fertigen Produkts beschränkt. „Schon bei der Entwicklung unseres ATM-Schalters haben uns die Fachleute des TÜV Rheinland hervorragend unterstützt“, hebt NEC-Manager Takahashi einen weiteren Vorteil hervor. „Damit war garantiert, dass das Endprodukt alle Sicherheitsanforderungen erfüllt – und zwar in Europa und Japan ebenso wie in den USA und Australien.“
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Leseprobe 4
"Kinodias" - Story für das "Trödler & Sammler Journal", Ausgabe Juli 2003
Kinodias
Die bunte Welt der Werbung auf wenigen Quadratzentimetern – Kinodias spiegeln den Zeitgeist der Reklame aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts wider. Schon die grafische Gestaltung und die verwendete Typographie zeigen, dass Kinodias eine überholte Werbeform darstellen, die in heutiger Zeit nur noch in wenigen Ausnahmen verwendet wird – sofern ein Kino überhaupt noch die technischen Möglichkeiten hat, Dias vorzuführen. Denn längst beherrschen aufwändig produzierte Werbefilme die Zeit, die vom Einlass bis zum Start des Hauptfilms mit Informationen überbrückt wird.
8,5 Zentimeter im Quadrat war das gängige Diaformat, mit dem in den Kinos auf Produkte aus allen Lebensbereichen hingewiesen wurde. Wobei Experten auch gerne vom Format 7 x 7 Zentimeter sprechen – und damit die Größe des eigentlichen Bildmotivs meinen, das auf die Leinwand projiziert wird.
Kinodias sind eigentlich zwei aufeinander liegende Glasplatten, in deren Mitte sich das Bildmotiv befindet, auf eine Seite des Glases aufgedruckt. Zwei Gläser fanden deshalb Verwendung, um die bedruckte Fläche vor Kratzern zu schützen und die enorme Hitze, die von den lichtstarken Kohlestiftlampen ausging, besser zu verarbeiten. "Dennoch betrug die Zeit, die das einzelne Dia im Projektor blieb, lediglich 15, maximal 18 Sekunden", weiß Franz Bläsen zu berichten. Denn sonst konnte die Hitze die Dias zum platzen bringen.
Bläsen ist Theaterleiter im Kölner Kino "Rex am Ring", dem heute ältesten Kino in der Domstadt. Er kennt die vielen Kniffe rund um die Vorführung. "Die Glasplatten-Positive hatten natürlich auch den Vorteil, dass sie pflegeleicht waren, Fingerabdrücke etwa konnten mit einem schnellen Wisch entfernt werden", weiß Bläsen, der Anfang der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts den Job des Filmvorführers von der Pike auf gelernt hat. Wobei zu bedenken ist, dass Vorführer kein anerkannter Lehrberuf war. Wer sich dazu entschloss, musste – neben seinem "normalen" Beruf – unter der Aufsicht eines erfahrenen Kollegen 300 Stunden sämtliche relevanten Tätigkeiten erlernen und wurde dann zu einer Prüfung zugelassen.
Manchmal kam es sogar vor, dass der Werbeblock vor dem Hauptfilm quasi überbucht war. Der Vorführer bekam in solchen Fällen ein akustisches Signal zum Bildwechsel, jedes Dia war dann sogar weniger als die übliche Viertel Minute zu sehen.
Diese kurze Zeit für den Zuschauer, die Werbung zu erfassen, erklärt auch, dass auf Kinodias mit Texten sehr sparsam umgegangen wird. Zumeist bestimmen Grafiken mit klaren Konturen das Motiv. Im Mittelpunkt der Kinodia-Werbung steht oftmals einzig ein Markenzeichen oder das Produkt. Die Typographie besticht durch große Buchstaben, in Blöcken angeordnet, wobei die Grafiker gerne auf mehrere Schriften zurückgriffen, um Schlagzeilen optisch zu trennen.
Ein Unternehmen, das in der Werbung mit Kinodias einen Schritt weiter gehen wollte, sorgte während der Projektion für entsprechende akustische Untermalung. Diese wurde den Kinos in Form von Singleschallplatten mitgeliefert. Für den Vorführer bedeutete dies natürlich doppelt konzentriert zu Werke zu gehen. Doch nicht immer klappte das Zusammenspiel von Ton und Bild, entsprechend war im Publikum für Heiterkeit gesorgt, wenn im Bild "Aufbau – die Klinge höchster Vollendung" zu sehen war, ein Text aber die "Central Krankenversicherung Aktiengesellschaft Köln am Rhein" vorstellte. Ein Kniff, um solche Pannen zu vermeiden, war das Tonbandgerät, auf das der Vorführer die Texte vorab spielte.
Kinowerbung mit Dias begann etwa in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Bis in die sechziger Jahre hinein blieb es das beherrschende Medium. Erst dann begann die Zeit der Werbefilme, an deren Ende heute teils extrem teure und opulente Produktionen stehen, die in ihrer Herstellung leicht einen siebenstelligen Betrag verschlingen und damit an das Budget kleiner Filme heranreichen.
Nicht so vor fünfzig Jahren. Der Aufwand für die Herstellung eines Kinodias betrug etwa einhundert Mark. Die beiden Glasplatten waren in einen Holzrahmen gefasst, der die Hitze der Kohlestiftlampen zum großen Teil abwies; der Vorführer lief somit beim schnellen Wechsel der Bilder keine Gefahr, sich die Finger zu verbrennen. "Außerdem hatte dieser Holzrahmen in der rechten unteren Ecke als Markierung ein kleines Loch", plaudert Bläsen weiter aus dem Nähkästchen. Dort angepackt, war einigermaßen sichergestellt, dass das Dia richtig in die Maschine gelegt wurde. Denn auch Kinodias müssen – ebenso wie beim Diaabend im heimischen Wohnzimmer – auf dem Kopf stehend vor die Lichtquelle gebracht werden.
Die schweren Projektoren waren meist Produkte der Firmen Bauer oder Zeiss-Ikon. Der Diawechsel erfolgte immer im Handbetrieb, dem Vorführer blieb nur die kurze Spanne von etwa 15 Sekunden, um das neue Motiv einzulegen. Erst später baute Zeiss-Ikon ein Vorführgerät, in dem die Dias in ein Gurtband eingelegt wurden, das automatisch an der Lichtquelle vorbeizog.
Diawerbung war eine Reklameart mit viel Lokalkolorit. Das Kino war in den fünfziger Jahren das Unterhaltungsmedium schlechthin, in fast jedem Stadtteil einer Großstadt gab es Säle mit mehreren hundert Plätzen. Somit bot sich dem örtlichen Einzelhandel die Möglichkeit, gezielt auf seine Angebote hinzuweisen, ohne allzu große Streuverluste. Dabei beriet das Unternehmen, das die Werbezeiten eines Kinos vermarktete, den Kunden hinsichtlich der Auswahl der Häuser. Denn ebenso wichtig wie der lokale Aspekt war auch das passende Publikum, um einem Produkt per Diawerbung größtmöglichen Zuspruch zu bringen. Eine Gesetzmäßigkeit, die auch heute noch übertragen auf Fernsehwerbung Gültigkeit besitzt, wo Firmen penibel darauf achten, ihre Zielgruppe möglichst genau zu treffen.
Die Schaltzeiten staffelten sich monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich, den größten Rabatt erzielte der Kunde bei einer Schaltung, die ein ganzes Jahr lang im Kino lief. Einzelne Händler schalteten gar eine Folge von Dias, um ihr Unternehmen noch besser ins rechte Licht der Projektoren zu rücken. Da war dann beispielsweise Motiv Nummer eins die Außenansicht eines Modegeschäfts, das zweite Bild zeigte die Innenräume mit Personal, und auf Dia Nummer drei wurde schließlich ein spezielles Produkt wie etwa ein Pullover beworben.
Auf der anderen Seite wurden Kinodias auch bundesweit geschaltet. Sämtliche Branchen und Dienstleister waren im Vorfeld des Hauptfilms vertreten, die hier gezeigte Auswahl mag das gut verdeutlichen. Denn das Fernsehen als Massenmedium entwickelte sich erst in den sechziger Jahren, peu à peu wurde der Zuschauer durch TV-Werbefilme informiert – und zeitweise gar unterhalten.
Firmen wie etwa Märklin haben dabei ihre Werbeaktivitäten verstärkt auf das letzte Jahresdrittel verlegt, um im wichtigen Weihnachtsgeschäft auf ihre Produkte hinzuweisen. Dem ortsansässigen Spielwaren-Fachhandel wurden dabei Dias zur Verfügung gestellt, für den typographischen Hinweis auf das Geschäft sorgte dann der örtliche Vermarkter der Kinowerbung, der in das Dia Name und Anschrift des Ladens einarbeiten ließ. Die Schaltkosten teilten sich dann Märklin und der Fachmann vor Ort im Verhältnis 70 zu 30.
Der Übergang vom Kinodia hin zum Werbefilm vollzog sich durch einen weiteren Zwischenschritt. Kinodias wurde dabei abgefilmt, und die Tonspur des Films wurde dann genutzt – sei es durch einen Sprecher, der die wichtigsten Vorzüge eines Produktes hervorhob, oder aber mit Musik, um dem starren Bild eine akustische Untermalung zu geben.
In der heutigen Zeit zählen Kinodias zu den Exoten der Kinowerbung. Viele Kinos haben gar nicht mehr die technischen Voraussetzungen, um Kinodias vorzuführen. Und wo Kinodias zu Einsatz kommen, haben sie das uns heute bekannte Format von 24 x 36 Millimeter, das für eine gute Betrachtung die Projektion zwingend erforderlich macht. Ein Zwischenschritt waren in den siebziger Jahren auch Kinodias vom Format 6 x 6 Zentimeter.
Die alten Glasdias hingegen mit knapp 50 Quadratzentimeter Bildfläche bieten dem Betrachter auch ohne Projektor interessante Details. Vor eine Lichtquelle gehalten, erkennt man die feine Ausarbeitung der Typographie, die teils intensiven Farben und die unterschiedlichen graphischen Elemente. Der Kölner "Express" bediente sich sogar des bekannten Karikaturisten Walter Hanel, um dem Kinogänger zu verdeutlichen, dass "die schnelle Zeitung vom Rhein" in der Politik Bescheid weiß.
Reizvoll ist das Sammeln von Kinodias alle Mal. Marken mit Kultcharakter wie Sinalco und Steiff – selbst eigene Sammlerthemen – treffen auf längst vergangene kleine Läden um die Ecke. Sie alle verbindet markantes Werbedesign auf kleinstem Raum, eine Augenweide, zumeist im guten Zustand, wenn, dann höchstens durch die Jahre verschmutzt, aber eben leicht zu reinigen.
Alte Kinodias sind darüber hinaus recht preiswert zu erstehen – wenn sie denn mal angeboten werden. Auf Flohmärkten zählen sie zu den Raritäten, die aber für wenige Euro je Stück zu bekommen sind. Der Weg des interessierten Sammlers zum ältesten Kino in der Stadt mag zwar am sinnvollsten erscheinen, allerdings dürfte dieser wenig Erfolg versprechen. Denn nach Ablauf der Schaltzeit wurden die Dias wieder an den Vermarkter zurück gegeben. Und auch an dieser Stelle scheint der Sucherfolg zweifelhaft. Einerseits gingen die Dias meist retour an das werbende Unternehmen, das ja für Herstellung und Schaltung bezahlt hatte, somit Eigentümer war und dieses Werbemittel auch als Vorlage für Zeitungsannoncen weiter verwendete. Andererseits mögen zwar Belegexemplare bei den Werbemittlern verblieben sein, die aber aus Platzgründen meist vernichtet wurden.
Bliebe für Sammler noch der Weg über das Internet. Wer die Stichworte "Kinodias" oder "Glasdias" in die Suchfunktionen etwa bei ebay eingibt, erhält eine kleine Auswahl und ist beim bieten zumeist allein. Auch in diesem Falle bleibt es bei Preisen von wenigen Euro je Stück. Wer also damit liebäugelt, ein neues Sammelgebiet zu eröffnen, trifft mit Kinodias eine gute Wahl. Sie spiegeln eine Menge Zeitgeist wider, versprühen oftmals viel Lokalkolorit, werben für Kultmarken und sind somit Teil anderer Sammelgebiete, bestechen durch außerordentlich präzises Design auf engstem Raum und sind letztendlich nicht ganz leicht zu finden – auch dies ein nicht zu unterschätzender Anreiz.
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Leseprobe 5
"Bau-Boom in der Kölner City" für das Köln-Journal Nr. 1/2000, das Magazin für den Wirtschaftsstandort Köln
Großprojekte am Fließband
Bau-Boom in der Kölner City
Betrachtet man sich die nackten Zahlen, dann scheint die Kölner Baulandschaft auf nicht gerade fruchtbarem Boden zu stehen. Denn die Quellen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik in Düsseldorf weisen für das vergangene Jahrzehnt abwärts gerichtete Kurven aus, zumindest was die Anzahl der Betriebe und Beschäftigten betrifft. Bei den Umsätzen allerdings sind konstant Steigerungen zu verzeichnen. Im vergangenen Jahr – und gemeint sind die Monate Januar bis November – gab es im Kammerbezirk der Industrie- und Handelskammer zu Köln im Baugewerbe 193 Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten. Hier fanden insgesamt 11.870 Menschen Lohn und Brot. Bei einem Gesamtumsatz der Branche von 3,167 Milliarden Mark ergibt sich somit ein Umsatz von 266.835 Mark pro Beschäftigtem.
Zum Vergleich die Zahlen für das gesamte Jahr 1990: Seinerzeit erwirtschafteten 16.504 Mitarbeiter in 247 Unternehmen 2,56 Milliarden Mark. Umsatz pro Mitarbeiter: 155.114 Mark. Zum Kammerbezirk zählen im übrigen auch die Nachbargemeinden Leverkusen, der Erftkreis, der Oberbergische Kreis sowie der Rheinisch-Bergische Kreis.
Ein Blick über das Kölner Panorama allerdings läßt alle Statistiken blaß aussehen. Es wird gebaggert und gebohrt, gemauert und installiert, tiefgebaut und hochgezogen – ehrgeizige Projekte wie der KölnTurm im Media Park und notwendige Erweiterungen wie am Flughafen Köln/Bonn gehören ebenso dazu wie viele Hotelneubauten. Dabei werden auf einigen wahren Filetgrundstücken auch architektonische Meisterwerke international renommierter Architekten in die Tat umgesetzt.
Jahrzehntelang kamen aus der Breite Straße die Schlagzeilen des Tages, von Kölner Stadt-Anzeiger und Express. Doch im März 1999 wurde das Pressehaus des Verlags M. Dumont Schauberg selbst zum Gegenstand der dicken Lettern: der Abriß hatte begonnen. Nur eine feuchte, keine fröhliche Angelegenheit. Denn um den Staub, der beim Abtragen von gut 125.000 Kubikmetern Bauschutt aufgewirbelt wurde, am Boden zu halten, hieß es an der Baustelle: „Wasser marsch!“
Auf dem über 12.000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht bis zum Sommer 2001 eine Immobilie mit Geschäftsflächen, Büros, Arztpraxen und natürlich Wohnungen. Doch bevor hoch gebaut wird, wurde tief gebaggert. Mit 18 Metern ließ der Bauherr, der Immobilienfonds Wohn- und Geschäftshaus Breite Straße, eine der tiefsten Gruben in der Stadt ausheben. So entsteht in erster Linie Platz für 700 Pkw-Stellplätze, und zudem ist die direkte Anbindung an die U-Bahn-Station Appellhofplatz gewährleistet.
Glas und Metall, Ziegel und Steinplatten – aus diesem Materialmix wird sich die zukünftige Fassade zeigen. Und überragt wird das vom Kölner Architekten Professor Ulrich Coersmeier konzipierte Gebäude von einer Glaskuppel. Doch auch der Denkmalschutz kam zu seinem Recht, und so wird die alte Fassade an der Breite Straße ebenso erhalten bleiben wie das historische Treppenhaus, das komplett abgetragen und dann originalgetreu wieder aufgebaut wird.
Alte Medien gehen, neue entstehen. Besonders in Köln, das sich in den vergangenen Jahren zum deutschen Medienstandort Nummer Eins entwickelt hat. Neben den Zentren in Hürth vor den Toren der Stadt sowie in Ossendorf steht für diesen Aufschwung natürlich der Media Park. Rund um die Fernsehsender Viva und Onyx, die Rundfunkstationen Eins Live und Radio Köln sowie das Multiplexkino Cinedom und Agfa Deutschland GmbH haben sich längst viele Dienstleister etabliert. Die können ab Mai 2001 auch im KölnTurm ein neues Zuhause finden.
Danken sollte man der Hypothekenbank Essen AG als Bauherr, dass die 42 Stockwerke „nur“ bis zu einer Gesamthöhe von 148 Metern aufragen – so bleibt der Dom in Köln zumindest Nummer Zwei, nach dem Fernsehturm Colonius. Für die Realisation konnte eine Projektgemeinschaft gewonnen werden aus Heckmann (Recklinghausen) und Kohl & Kohl (Essen), die den Entwurf des Pariser Baumeisters Jean Nouvel, der als Sieger aus einem Wettbewerb hervorging, ausführen.
Mit dem Bau betraut sind die international tätigen Konzerne Hochtief und Heitkamp. Knapp 100 Millionen Mark beträgt das Finanzvolumen, und nach zwei Jahren Bauzeit werden dann 33.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zur Verfügung stehen. Wobei diese Größe die im gesamten Komplex erstellte Fläche angibt, und nicht, wie man fälschlicherweise meinen könnte, die Fläche nur einer Etage.
Der Köln-Turm versammelt moderne Konferenzräume, flexibel zu gestaltende Büroeinheiten und exklusives Wohnen unter einem Dach. Im Erdgeschoss finden sich kleinflächige Gewerbeeinheiten, im ersten Obergeschoss dominiert ein Café für 150 Gäste die Szenerie, es folgen vielseitige Konferenz- und Tagungseinrichtungen, und auf Wunsch entstehen auch so genannte Wohnbüros für Arbeit und Wohnen.
Ein interessantes Detail bei den im Moment getätigten Rohbauarbeiten verrät Udo Große-Wilde, der den Bauherrn vor Ort vertritt. „Als Schalungssystem für den Turm kommt die so genannte Kletterschalung zum Einsatz. Dabei werden sowohl Wandschalung, Deckenschalung als auch Stützschalung auf gleichem Geschossniveau eingebracht und mittels hydraulischer Pressen angehoben“, erläutert der Experte die Technik, die Kosten reduziert und auch enorm Zeit spart. Alle vier Tage entsteht so ein neues Stockwerk.
Schräg gegenüber dem Historischen Rathaus findet ab dem Juli des Jahres die Gemäldesammlung des Wallraf-Richartz-Museums ihr neues Zuhause. Ehe Oswald Mathias Ungers als Architekt feststand, war ein langer Realisierungswettbewerb zu durchlaufen, zu dem immerhin 121 Arbeiten eingereicht wurden. Projekte dieser Größenordnung müssen zwingend EU-weit ausgeschrieben werden. „Für die besten fünf Arbeiten wurden Preise vergeben“, erklärt dazu Rolf Bongart von der Stadt Köln. „Außerdem wurden fünf weitere Entwürfe zusätzlich aufgekauft“, so der Mitarbeiter des Hochbauamtes. Was auch bedeutet, dass alle anderen Teilnehmer leer ausgingen und ihre Beteiligung praktisch auf eigenes unternehmerisches Risiko hin geschah.
Obwohl Geld genug vorhanden wäre. Denn die ursprünglich kalkulierten Kosten von rund 70 Millionen Mark werden deutlich unterschritten. „Die Stadt Köln hat einfach mit dem Zeitpunkt der Vergabe Glück gehabt“, so Projektmanager Bongart, der die günstigen Baupreise durch die angespannte Wettbewerbssituation begründet sieht.
So entsteht im Carrée Obenmarspforten, Quatermarkt und Martinstraße nach zweijähriger Bauzeit auf 10.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche ein neuer Musentempel, der auf Vergangenes – glücklicherweise – Rücksicht nehmen muß. Zum einen mussten zwei mittelalterliche Kellergewölbe nicht nur erhalten, sondern auch zugänglich bleiben. „Außerdem“, schildert Bongart eine weitere Erhaltungsmaßnahme, „verlief entlang der Martinstraße eine alte römische Terrassenmauer, die zumindest nicht komplett verschwinden durfte.“ Das ist auch nicht passiert, ein dekorativer Teil des Ganzen ziert nun den Gürzenichvorplatz.
Die Anbieter der Bauleistungen sollen sich bemühen, Firmen aus dem hiesigen Raum zu berücksichtigen. Ein stets gehegter Wunsch, um der lokalen Bauwirtschaft unter die Arme zu greifen, aber eben nur in geringem Umfang durchsetzbar. Für bestimmte Arbeitsleistungen kann der Auftraggeber jedoch feste Firmen vorgeben. Der Generalunternehmer, die Philipp Holzmann AG, musste gar in die Ferne schweifen. Denn ein aufwendiger Freskoputz, der die Wände der Ausstellungsräume ziert, wurde von italienischen Spezialisten ausgeführt. Bei dieser Technik wird der frisch aufgetragene Gipsputz mit Farbpigmenten versehen.
Der Deckel ist in Köln ja vorrangig in der Gastwirtschaft von Bedeutung, als Untersetzer fürs Bier, als Notizkarton und „Kreditkarte“. Kommt man bei der Kölner Bauwirtschaft auf den Deckel zu sprechen, dann kann es nur einen geben. Der, der die Nord-Süd-Fahrt unter Tage verbannt. Und damit eine der größten städtebaulichen Anachronismen der vergangenen Jahrzehnte rückgängig macht.
Bis zum Frühjahr 2001 läßt die Düsseldorfer Textilkette Peek & Cloppenburg ihr neues „Weltstadthaus“, so die interne Bezeichnung, an der Cäcilienstraße errichten. Auf etwa 18.000 Quadratmetern findet die Kundschaft dann ausschließlich Textilien – in dieser Größenordnung betreibt das Düsseldorfer Unternehmen alsbald ein Renommierobjekt, das seinesgleichen sucht.
Als Generalist auf der Baustelle ist das Unternehmen Hochtief tätig. Und schon jetzt sieht Peter Koch positive Auswirkungen. „Nachdem die Deckelung bereits abgeschlossen ist, erlebt das Kölner Herz eine deutliche Beruhigung“, so der P & C-Geschäftsführer, der für alle baulichen Belange des Modefilialisten verantwortlich ist.
Ein Schiff wird kommen: Anstelle des Pavillons (ehemals Parfümerie Douglas) und des „herben Baukörpers“, wie Koch das alte Möbel-Franz-Haus noch gemäßigt umschreibt, entsteht für etwa 100 Millionen Mark ein sechsgeschossiger Baukörper mit einer Fassade aus Holz und Glas, der mit seinen eleganten Rundungen den umliegenden eckigen Gebäuden geschickt Paroli bietet, ohne sie jedoch zu erdrücken.
Auch für dieses Objekt zeichnet ein Architekt von Weltruf verantwortlich: der Genuese Renzo Piano. Schlagartig berühmt wurde er durch das Pariser Centre Pompidou, und mit dem Kunstmuseum in Houston/Texas, dem Airport in Osaka und der Neugestaltung des Hafens seiner Heimatstadt setzte Piano weitere Meilensteine moderner Architektur. Die Schiffbautradition seiner Heimat lässt er häufig in sein Werk mit einfließen – wie eben auch in Köln.
In dieselbe Kategorie gehören auch der Brite Sir Norman Foster, der das Ring-Karree entwarf und in jüngster Vergangenheit mit dem Umbau des Berliner Reichstags für Aufsehen sorgte. Für internationale Spitzenleistungen der Baukunst in der Stadt stehen auch der Franzose Jean Nouvel, der Schweizer Peter Zumthor (Diözesanmuseum an Sankt Kolumba) sowie der Deutsche Helmut Jahn (Flughafen-Terminal 2000), dessen Wahlheimat längst Chicago ist.
Nicht um einen Neubau, sondern „nur“ um einen Umbau handelt es sich beim Kölner Hauptbahnhof. Hier investierte die Deutsche Bahn AG über 200 Millionen Mark, um einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte für das neue Jahrtausend fit zu machen. Besonders markant: die Glasdachkonstruktion, mit der ein Teil des Bahnhofs neu überdacht wurde und die in das vorhandene Stützmaterial perfekt integriert wurde. Verantwortlich dafür zeichnet das Architekturbüro Busmann und Haberer.
Nachtarbeit war angesagt, denn während der Arbeiten an dem Glasgewölbe mussten die 15.000-Volt-Spannungsleitungen über einigen Gleisen abgeschaltet werden. Ein Superkran, eigens aus Belgien angeliefert, nahm weite Teile des Breslauer Platzes in Anspruch und stellte die Bauleitung vor zusätzliche logistische Probleme. Die bringt Adam Thelen so auf den Punkt: „ Bei 1.300 Zügen täglich und 220.000 Reisenden sind Engpässe jeder Art natürlich eine mittlere Katastrophe.“ Doch der Bahnhofsmanager freut sich darüber, mit wieviel Geduld seine Kunden die gut zweieinhalbjährige Bauzeit toleriert haben.
Schritt für Schritt nähert sich der Umbau seiner Vollendung. Zunächst das Reisezentrum, dann die aufwendige Schließfachanlage, in der das Gepäck voll automatisch in der Versenkung verschwindet, und schließlich die Markthalle, die das Innenleben jetzt hell und freundlich erscheinen läßt, wurden ihrer Bestimmung übergeben. Insgesamt 11.000 Quadratmeter Nutzfläche auf dem ebenerdigen Bereich erstrahlen so in neuem Glanz.
Bis es beim „Ring-Karree“ soweit ist, nämlich Anfang 2001 nach knapp zweijähriger Bauzeit, gehen noch einige Monate ins Land. Das von der Gerling-Konzern Lebensversicherungs-AG in Auftrag gegebene Projekt wird von der Arbeitsgemeinschaft – kurz Arge – Gerling-Ring erstellt. Dazu gehören Hochtief und Asea Brown Boveri (ABB) – letztere stehen für die gesamte Haustechnik.
Das Karree Hohenzollernring / Klapperhof / Friesenwall / Magnusstraße wird von zwei Häuserriegeln – jeder 120 Meter lang und sechsgeschossig – und drei Türmen in deren Mitte erschlossen. Diese werden im Moment hochgezogen, oder wie es in der Fachsprache heißt, geglitten. Denn die Experten entschieden sich für eine Gleitschalung, die de facto mit dem Rohbau „hochwandert“ – bis ins abschließende 16. Stockwerk.
Auf dem 6.000 Quadratmeter großen Areal entstehen so 25.000 Quadratmeter Fläche, die von dem Kölner Konzern überwiegend selbst genutzt werden. Dazu gesellen sich Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomie. Das bekannte Café „Waschsalon“, im Moment in die Ehrenstraße ausgelagert, wird wieder an seine alte Stätte ziehen können. In dem zum Friesenwall hin gelegenen Riegel entstehen zudem 80 Wohnungen.
Wie nicht anders zu erwarten, stieß man auch beim Ring-Karree auf Altertümchen. Denn um Platz für die fünfgeschossige Tiefgarage zu bekommen, drang man 16 Meter in die Tiefe vor und traf auf eine mittelalterliche Mauer. Parkende sollten zukünftig die Decks zwei und drei benutzen, um einen Blick auf das Mauerwerk zu werfen; sie können allerdings auch direkt mit ihren Fahrzeugen – an drei Stellen – hindurch fahren.
Zu Bauprojekten dieser Größenordnung zählt auch eine ordnungsgemäße Absicherung. Dazu gehören etwa Bauzäune, die ein ungefährdetes Passieren ermöglichen und abends beleuchtet sind, sowie zusätzlich aufgestellte Verkehrsschilder. Hier greifen zum einen die Straßenverkehrsordnung, aber auch bauliche Gesetze. In welchem Umfang öffentlicher Raum der Baustelle zugeschlagen wird, hängt insbesondere von der Stärke des Verkehrs ab. Und selbstverständlich muß die allgemeine Sicherheit gewährleistet bleiben – zum Beispiel ausreichende Zufahrten für Rettungsfahrzeuge.
Helmut Hartung vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik kann sich also dieser Tage über mangelnde Anträge nicht beklagen. Doch seine Dienststelle ist bestens organisiert. Denn in Köln ist die Straßenverkehrsbehörde zugleich die Straßenbaubehörde. „Eine besondere Konstellation, die es so nur selten gibt“, bringt Hartung die Vorteile für den Bürger – kurze Wege und schnelle Entscheidungen – auf den Punkt. Absicherungsarbeiten sollten durch entsprechende Fachfirmen umgesetzt werden, da Kontrollen nur sporadisch stattfinden können. Wenn sich Firmen allerdings über Anordnungen hinwegsetzen, ist eine schnelle Reaktion die logische Konsequenz. Da wird dann auch am Karnevalssamstag noch ein Baukran entfernt, der dem Karnevalszug im Wege steht.
Apropos Kran: Auch für Bauarbeiten „Auf dem Rothenberg“, einem engen Altstadtgässchen, war ein Kran zwingend notwendig. Um zu verhindern, dass dieses Baugerät die komplette Straße versperrt, wurde kurzerhand gemeinsam eine pfiffige Lösung erarbeitet, die alle relevanten Sicherheitsauflagen berücksichtigte. Der Kran wurde links und rechts auf Füße gestellt, und die Menschen konnten darunter hindurch marschieren.
Das Coloneum ist ein weiterer Bauplatz, der den Ruf Kölns als Medienmetropole zementieren soll. In Köln-Ossendorf entstehen in den kommenden Jahren ein Einkaufszentrum, ein Hotel, das Ausbildungszentrum für Medienberufe und natürlich eine Vielzahl an Fernsehstudios für die unterschiedlichsten Sendeformate. Mit der Zeppelinhalle (5.600 Quadratmeter) gar entsteht das größte Studio Europas.
Generalunternehmer ist auch hier die Hochtief, der Finanzrahmen für den Medienfonds Nr. 1 der Esch-Fonds Projekt GmbH beträgt dabei 200 Millionen Mark. Die Bauleitung hat Dipl. Ing. Architekt Michael Schumann, die Projektleitung liegt bei Professor Weiss und Partner.
Die erste Bauphase konzentriert sich ganz auf die neuen Studios, 20 Film-, TV- und Fotostudios mit Flächen von jeweils 200 bis 4.500 Quadratmetern. Wo auch komplette Kinoproduktion über die Bühne gehen können. Selbst James Bond soll schon Interesse bekundet haben, im Auftrag ihrer Majestät im Kölner Westen auf Verbrecherjagd gehen zu können.
Generalmieter für den ersten Bauteil ist die Magic Media Company, die natürlich optimale Produktionsbedingungen vorfinden wird. Ob Talk Show oder Daily Soap, Videoclip oder Werbefilmchen, für alle Genres ist High-Tech-Ausrüstung gegeben. Und nebenbei entstehen so auf Dauer bis zu 8.000 neue Arbeitsplätze.
Vergleichsweise noch in den Kinderschuhen steckt das Projekt ICE-Terminal Köln-Deutz/Messe. Im Moment läuft die zweite Phase des Ideenfindungs-Wettbewerbs. In einer ersten Stufe – vom Herbst 99 bis Anfang Januar dieses Jahres – wurden aus den eingereichten Arbeiten von 57 Architekturbüros acht gleichrangige Preisträger ermittelt. Eine endgültige Entscheidung soll Ende Mai fallen.
Insgesamt stehen später 150.000 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche zur Verfügung, allein 60.000 davon für die neue Messehauptverwaltung. Dazu gesellen sich der Bahnhof und Büroflächen sowie ein Einkaufszentrum und Raum für Kulturobjekte. Ab 2002 sollen die ersten Züge rollen, und die vollständige Bebauung des Areals soll im Jahre 2005 abgeschlossen sein.
Schneller geht es, bis vom neuen Terminal 2000 am Konrad-Adenauer-Flughafen Köln/Bonn die ersten Maschinen abheben. Mit Beginn der Sommerferien am 29. Juni soll das Terminal seine erste harte Bewährungsprobe bestehen.
Doch hinter Terminal 2000 verbirgt sich nicht nur das neue Abfertigungsgebäude. Dazu gehören auch die unterirdische ICE- und S-Bahn-Station, durch die Ende 2002 die ersten Züge rollen, zwei moderne Parkhäuser mit 10.000 Stellplätzen sowie neue Zufahrten.
Das Gesamtvolumen der Baukosten beträgt 650 Millionen Mark. Der Terminal 2 steht kurz vor seiner Vollendung und startet Anfang April mit dem Testbetrieb. „Wir wollen Fehler am Anfang soweit wie möglich vermeiden“, erläutert Flughafensprecher Walter Römer die langsame Startphase, wohl wissend, dass viele andere Airports weltweit nach der Eröffnung erhebliche Probleme bekamen. Anfang Juni gehen die Tests – für die Studenten verpflichtet werden – zu Ende, und die ersten Gäste sorgen für regulären Betrieb. Vor allem die Ferienflieger und British Airways gehen am Terminal 2 vor Anker.
Nach den Plänen Helmut Jahns realisiert eine Arbeitsgemeinschaft aus den Großen der Branche das neue Gebäude. Und das wird eine Glas-Stahl-Konstruktion, die vor allem eins ist: hell und lichtdurchflutet. „Wenn sie ins Parkhaus rein fahren, können sie schon durch das Gebäude hindurch ihren Flieger stehen sehen“, verdeutlicht Römer die transparente Bauweise, die Jahn im übrigen auch schon dem United-Terminal seines Heimatflughafens Chicago O‘Hare verordnet hat. Das Dachtragwerk des neuen Gebäudes ist eine komplexe Struktur aus 22 Stützen und Astelementen, die sicherstellen, dass die Lasten des 300 mal 90 Meter messenden Daches gleichmäßig verteilt werden.
Mit den Bauarbeiten wurde im Mai 1997 begonnen. Das Terminal erstreckt sich über drei Ebenen. Auf Abflugebene befinden sich acht Fluggastbrücken, die das Andocken von kleineren Jets der Kategorie Boeing 737 bis zum großen Jumbo Jet ermöglichen, sowie 40 Check-In-Schalter. Auf mittlerem Niveau – und damit auf Rollfeldhöhe – die automatische Gepäcksortieranlage, und im Untergeschoss die Ankunfteinheit mit Pass- und Zollkontrolle.
Die neuen Gäste, die in Köln landen, werden jedenfalls problemlos in der Stadt ein Dach überm Kopf vorfinden. Denn ähnlich wie schon zu Ende der achtziger Jahre – als mit dem Hyatt-Regency, Maritim, Crown Plaza sowie Renaissance und Hotel im Wasserturm mehrere Spitzenhäuser neu eröffneten, kann man auch jetzt wieder von einem Hotelboom sprechen.
Etwa 17.600 Hotelbetten (Stand Ende 1998) stehen derzeit in der Stadt zur Verfügung. Expertenschätzungen gehen davon aus, dass es im Jahre 2001 über 21.000 Betten sein werden. Drei wichtige Faktoren locken Investoren, in Köln auf Hotelprojekte aller Segmente zu setzen. Erstens der kontinuierliche Anstieg der Übernachtungszahlen um jährlich vier Prozent - mittlerweile übernachten jedes Jahr in der Domstadt 2,8 Millionen Besucher. Zweitens die überaus günstigen Eckwerte bei Zimmerauslastung und Durchschnittsrate. Mit 71,2 Prozent Belegung bei einem Mittelpreis von 216 Mark ist Köln bundesweit Spitze. Last not least stellt das Umfeld die Weichen auf Wachstum. Kölns Schritt zum Medienzentrum, der Ausbau von Messe und Flughafen, die lebhafte Kulturszene, Europas größte Veranstaltungshalle KölnArena und der Verkehrsknotenpunkt Köln: all dies sorgt für Goldgräberstimmung, doch auch Skepsis vor einem Verdrängungswettkampf mischt sich in die optimistische Haltung.
Schräg gegenüber dem Gürzenich wartet das Stadthaus auf die Abrissbirne. Die Genehmigung zum Abbruch ist erteilt, die Baugenehmigung für eines der ehrgeizigsten Hotelprojekte steht noch aus. Bis zur Öffnung im Jahr 2001 hat der Entwickler, die Wocon Stadthaus Köln Bauprojekt GmbH, dann an die 300 Millionen Mark investiert.
In erster Linie natürlich in die etwa 240 Zimmer des Hotelkomplexes, aber auch in Büro- und Handelsflächen sowie in ein 8.000 Quadratmeter großes Wellness-Center der Hamburger Meridian-Gruppe. „Der gesamte Neubau wird den bisher eher ruhigen „Stadtteil“ enorm beleben“, ist Anne Palffy überzeugt. „Wir liegen gut in der Kulturmeile von Dom über Wallraf-Richartz-Museum hin zum Gürzenich“, freut sich die Wocon-Pressechefin, die bereits im Vorfeld aktiv ist. Mit Studenten der Fachhochschule für Design sucht sie nach einem Namen für das Objekt und einer schlüssigen Corporate Identity, und mit der „Interessengemeinschaft Gürzenichstraße“ besteht eine enge Kooperation –Teil ihrer „transparenten Informationspolitik“, wie sie es selbst beschreibt.
Architekten sind Vaclav Bienancz-Nicholson aus Warschau und der Londoner John Seifert – die der Denkmalpflege ihren Platz einräumen müssen. Das Barocktor an der Großen Sandkaul wird ebenso erhalten wie ein altes Kaminzimmer. Welche Überraschungen sich in den alten Fundamenten noch verbergen, können die Archäologen herausfinden. Ihr Wirken über etwa vier Monate ist im Zeitplan bereits vorgesehen. Übrigens: Der nostalgische Paternoster ist zu Verschenken. Interessenten müssen lediglich auf eigene Kosten für Demontage und Abtransport sorgen.
Die Dorint-Gruppe ist gleich mit zwei neuen Häusern vertreten. Das Dorint Budget Hotel in Junkersdorf, schräg gegenüber von RTL, ist am 2. Februar eröffnet worden und befindet sich nun in seiner „soft-opening-Phase“. Neben 145 Zimmern stehen auch sechs Konferenzräume zur Verfügung. Bautechnisch interessant war die Einschalung des Rohbaus mit einer Zementfasermischung, die nicht mehr entfernt wird, sondern Bestandteil der Wände bleibt. Das Verfahren hat sich die ausführende Firma Gruber aus Zell am See patentieren lassen.
Das Dorint Messehotel in Deutz, gegenüber dem Ostausgang der Messe, soll im Frühjahr 2001 mit 240 Zimmern seine Pforten öffnen. Auch hinter diesem Haus der Gruppe steht als Investor die Dr. Herbert Ebertz KG. In den aufgelegten Immobilienfonds sind immerhin 94 Millionen Mark geflossen. Über die Vergabe an einen Generalbauunternehmer wird in Kürze entschieden.
Einige Besonderheiten zeichnet dieses Objekt aus. Die Besucher können sich auf eine großzügige und bestens ausgestattete Bade-, Sauna- und Wellnesslandschaft freuen. „Unser Angebot richtet sich – allein schon wegen der Lage – an den typischen Messebesucher“, informiert Herbert Ebertz, der sich auch von einem neuartigen Zimmertyp viel verspricht. „Einige Räume werden zweigeschossig konzipiert, wobei unten der Wohn- und oben der Schlafbereich ist“, erklärt Ebertz, der sich von den gediegen ausgestatteten Zimmern eine längere Verweildauer der Gäste erhofft.
Einerseits Hotel, andererseits Seniorenresidenz, so stellt sich die Situation An den Dominikanern dar. Auf dem Gelände der ehemaligen Hauptpost ist im April das Lindner Hotel Dom Residence bezugsfertig, und nur vier Monate später können auch die ersten Senioren ihre Wohnungen – von 42 bis 120 Quadratmeter groß – beziehen.
Das 200-Millionen-Mark-Objekt wird von der Berliner Rentaco AG vermietet. Den Ruheständlern wird es dabei an nichts fehlen. Die Wohnungen sind hochwertig ausgestattet, die Nutzung der Gemeinschaftseinrichtungen wie Bibliothek, Theater und Wellness-Zentrum mit Hallenbad sind mit der Miete abgedeckt. Ein Pflegewohnbereich mit 54 Plätzen in Einzelzimmern rundet das Angebot ab.
Das exklusive Lindner-Hotel sieht sich in vielen Angeboten als Partner der Residenz. Insgesamt entstehen 140 neue Arbeitsplätze, 100 im Seniorenbereich und 40 rund um das Hotel.
Die französische Hotelgruppe Accor wird ab März 2001 am Rheinufer in der Bayenstraße ein neues Novotel betreiben. Hauptklientel sind Geschäftsreisende, die sich auf 221 Zimmer, 400 Quadratmeter Konferenzfläche und einen 140 Quadratmeter großen Fitnessbereich freuen können.
Circa 50 Millionen Mark werden für den Bau des neuen, hochwasserfesten! Hotels investiert. Verantwortlich für den Entwurf und die Bauausführung ist das Kölner Architekturbüro Professor Ulrich Coersmeier. Das fünfgeschossige Haus erhält eine Klinkerfassade, 160 Tiefgaragenplätze lösen die akute Parkraumnot.
Im Mediapark schließlich sorgt die italienische Jolly-Gruppe dafür, dass der seit sechs Jahren darbende Rohbau endlich vollendet wird. Dass 220-Zimmer-Hotel der Vier-Sterne-Kategorie soll schon im August öffnen. Aber auch auf kleinere Hotels übt Köln eine wahre Anziehungskraft aus. Viele Objekte sind in Planung, und auch jenseits der Stadtgrenzen kennt der Boom kein Ende.
Das Hotel Schloss Bensberg – in der Spitzenklasse angesiedelt - soll nach umfangreichen Renovierungsarbeiten im Mai 2000 an den Start gehen. Bauherr ist die Aachener und Münchener Lebensversicherungs AG, für die Realisation zeichnet das Kölner Architekturbüro Hendrik Petschnik und Partner verantwortlich.
Es scheint, als könne Köln nach langen Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erwachen. Wagemutige Investoren, weitsichtige Stadtplaner und in erster Linie renommierte Architekten voller Inspiration setzen neue Akzente und machen so Köln endlich auch städtebaulich zu einem Erlebnis der Sinne. Dem steht die momentane Ballung an Neubauten auf engstem Raum in keiner Weise im Wege.
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